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Sprache, Bild … Bildsprache??

Jeder Fotograf und jede Fotografin kommen früher oder später an einen Punkt, an dem er oder sie beginnt, sich mit der eigenen Bildsprache auseinanderzusetzen.

Sprache und Bild – wodurch unterscheiden sie sich, gibt es überhaupt Unterschiede? Sind Sprache und Bild am Ende gar miteinander verwandt? Wenn ja, welche Gemeinsamkeiten haben sie, was fällt auf? Und was ist dann eigentlich Bildsprache? Wie erreiche ich eine unverwechselbare Bildsprache oder sollte ich mir als Fotografin bzw. Fotograf überhaupt einen eigenen Bildstil zulegen? Was ist denn das nun wieder?

Diesen und weiteren Fragen gehen wir in dieser kleinen Reihe auf den Grund, und zwar ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Wissenschaftlichkeit, aber dafür aus unserer Sicht und gespickt mit unseren Erfahrungen und Ansichten.

Sprache

Jeder weiß, was Sprache ist. Was gibt es da zu definieren, könntest du fragen. Sprache sind all die Wörter, die wir brauchen, um uns miteinander zu unterhalten. Sprache: Das ist diese unsägliche Grammatik, mit der uns die Deutschlehrerin in der Schule gequält hat. Das ist das Deklinieren und Konjugieren von Vokabeln im Fremdsprachenunterricht. Sprache ist das Philosophieren am Lagerfeuer. Sie ist das Kommunikationsmittel per se. Manche sagen gar, Menschen werden durch Sprache zu Menschen. Die Sprache dient uns als Mittel, um uns auszutauschen, um Wissen weiterzugeben, um unsere Erfahrungen und Erlebnisse, Geschehenes und auch nur Vorgestelltes zu teilen.

Hochzeitsfotograf Steiermark: Blog über Sprache und Bildsprache

Sprache prägt auch unser Denken: Wir können nur das denken, wofür wir Worte haben. Jede und jeder, die oder der eine Fremdsprache gelernt hat, weiß das vielleicht aus eigener Erfahrung: Wofür es keine Worte gibt (entweder weil man das Vokabel noch nicht kennt oder weil es ein bestimmtes Konzept nicht in gleicher Form in der Fremdsprache gibt wie in der Muttersprache), darüber kann man nicht sprechen.

Bild

Nun ist die gesprochene (oder geschriebene) Sprache bei weitem nicht die einzige Art zu kommunizieren. Wir müssen gar nicht so weit gehen und an die Tierwelt denken, die ja auch ständig kommuniziert, auch wir Menschen haben neben der Sprache noch ganz andere Möglichkeiten, um uns auszutauschen. Besonders wichtig ist das Visuelle: Bevor ein uns unbekannter Mensch das erste Wort zu uns gesagt hat, machen wir uns schon ein Bild von ihm. Das geht so unglaublich schnell, dass es uns gar nicht bewusst ist. Zack und schon haben wir gefühlsmäßig eine neue Freundin gefunden. Oder unser Gegenüber ist uns etwas unsympathisch, ohne dass wir genau sagen könnten, wieso.

Bilder wirken sofort! Unsere Augen und unser Gehirn erfassen das Äußere eines Menschen oder auch ein Bild, ein Gemälde, ein Symbol viel viel schneller als Text oder gesprochene Sprache. Bilder transportieren Emotionen, sie lösen Stimmungen aus, wecken Erinnerungen. In Sekundenbruchteilen entscheiden wir, ob wir interessant finden, was wir sehen.

Auf der visuellen Ebene wird also auch kommuniziert, und zwar ständig. Wenn uns interessiert, was wir sehen, dann sehen wir es uns genauer an. Gibt uns das Bild nichts, löst es nichts aus in uns, dann sind wir weg – lasst uns nur an Instagram denken.

Sprache und Bild - philosophische Betrachtungen zum Thema Bildsprache

Sprache und Bild – Ausdrucksmittel

Sowohl die Sprache als auch Bilder gehören also zu den wesentlichsten Ausdrucksmitteln, die wir haben. Mit beiden kommunizieren wir unaufhörlich. Beides – Sprache und Bild – vermittelt dem Gegenüber eine Bedeutung (ausgenommen vielleicht in der Kunst, die die Form alleine so schön finden kann, dass sie ohne den Inhalt, die Bedeutung auszukommen scheint – aber das ist eine andere Geschichte).

Wer sich gut ausdrücken kann, kommt beim Gegenüber besser an. Oder sagen wir so: Das tatsächlich Gemeinte kommt mit größerer Wahrscheinlichkeit so an, wie man das gerne möchte. Es gibt auch Leute, die sich so auszudrücken vermögen, dass man sie an ihrer Kommunikation beinahe erkennt. Sie haben eine Bildsprache. Doch darüber denken wir im nächsten Beitrag, Teil 2, nach.

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