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Sehen

Das wichtigste Werkzeug des Fotografen bzw. der Fotografin ist das Auge!

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Sehen ist unserer Ansicht nach zentral in der Fotografie und bei weitem nicht auf den Blick durch den Sucher beschränkt.

Sehen lernen in der Fotografie

Sehen lernen ist wie eine Sprache lernen, es geht nicht von heute auf morgen. Wie es im Fremdsprachenunterricht ist, ist es auch in der Fotografie: Man beherrscht zwar die Vokabeln, sprich: die Technik, kann sie aber nicht immer richtig einsetzen.

Die allermeisten Menschen sehen zum Glück von klein auf und können sich so in der Welt zurechtfinden, mit anderen in Austausch treten, Wissen aufnehmen, Schönes genießen, Bilder betrachten.

Beim Sehenlernen fürs Fotografieren kommen noch ein paar Ebenen dazu: Das Wichtigste ist wohl, das Licht zu sehen und die Auswirkungen von gutem oder weniger gutem Licht auf das fertige Bild. Schult man sein Auge und verfeinert seine Wahrnehmung, sieht man mit der Zeit Geschichten, auch solche, die sich vielleicht erst entwickeln. Das klingt jetzt fast so, als wäre das Sehen in der Fotografie eine rein passive Angelegenheit – ist es aber nicht.

Du benötigst eine gute Beobachtungsgabe, wenn du viel sehen willst, ein gewisses Bauchgefühl ist auch von Vorteil ebenso wie der Riecher dafür, wo sich auf einer Hochzeit etwas Interessantes abspielen könnte. Je mehr man sich angewöhnt, auf Kleinigkeiten zu achten, desto eher entwickelt man ein Gespür dafür, wo etwas geschieht. Mach dir auch bewusst, was du siehst, versuch, es zu benennen.

Sehen lernen im Alltag

Das Schöne an der Fotografie ist, dass sie das eigene Sehen mit der Zeit nachhaltig verändert und verbessert. Wenn man sich mit Licht intensiv befasst, sieht man es irgendwann immer und überall. Man lernt auch, scheinbare Kleinigkeiten mehr zu schätzen.

Warum gehst du nicht mal mit der Kamera bei dir zu Haus eine Runde und schaust ganz bewusst auf das, was du sonst übersiehst. Such doch mal zur Übung nach bestimmten Farben, Mustern oder Formen, dokumentiere doch mal das Leben auf der Straße, und zwar so als würden morgen andere Gebäude da stehen, die Straßen anders verlaufen und als wären deine Bilder die einzigen Belege des gegenwärtigen Zustandes.

Sehen lernen, Tipps für Hochzeitsfotografen

Deine gesteigerte Aufmerksamkeit im Alltag wird dir auch in der (Hochzeits-)Fotografie zugutekommen. Dein Blick wird geschult, deine Wahrnehmung verbessert, dein eigener Anspruch steigt mit jedem Bild, das du machst. Je mehr du dich mit dem Sehen befasst, desto besser wird es dir gelingen, Bilder zu machen, die Geschichten erzählen. Was du siehst, wenn du abdrückst, wird auch für den Betrachter oder die Betrachterin sichtbar werden und etwas in ihm oder ihr auslösen – im besten Fall.

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