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Bilder in der Sprache

Über Bilder sprechen? Hä? Von welchen Bildern ist hier die Rede? Hat es nicht geheißen, man soll mit Bildern sprechen, weil ein Bild ja mehr sagt als tausend Worte? Bilder gehen doch unmittelbarer ins Gehirn, vermitteln Informationen und vor allem Emotionen viel rascher. Bilder sind dazu da, Geschichten zu erzählen, Stichwort: Storytelling.

Schon mit unserem letzten Blogbeitrag zum Thema Sprache und Bild sind wir über das, was Bilder sind und können, hinausgegangen und haben uns mit dem Schreiben von Konzepten befasst. Auch diesmal geht es darum, wie wir Sprache nutzen können, um aus Bildern noch mehr herauszuholen.

Wie kann man über Bilder sprechen?

Wie spricht man nun über Bilder? Du magst dir denken: Komische Frage, natürlich indem man es einfach tut. Ganz klar: Jede und jeder von uns plaudert im Alltag ständig über Bilder, die vom letzten Urlaub beispielsweise. Oder von den Kindern. Oder dem genialen Essen im neuesten Hip-Lokal der Stadt. Wir halten gern fest, was wir erleben. Und die leistungsfähigen Smartphones mit ihren guten Kameras sind dabei unsere besten Freunde. Diese Bilder haben zum Teil eine dokumentarische Funktion. So sehen wir uns in der epischen Landschaft am Urlaubsort stehen. Wir wissen auch nach zehn Jahren noch: Im Juni 2020 waren wir auf Korsika. Bilder dieser Art sind Zeugen. Sie beweisen allerdings nicht nur, wann wir uns wo aufgehalten haben, sondern sie belegen auch, wer wir sind. Sie zeigen, wie wir aussehen, uns kleiden, wie wir gesehen werden möchten. Wir haben es in der Hand, welches Bild sich Außenstehende von uns machen.

Bilder besprechen

Dieses Sprechen über Bilder im Alltag geschieht ständig, weil Bilder zum Glück einen hohen Stellenwert für uns alle haben. Daneben kann man Bilder auch besprechen. Du kannst dich beispielsweise mit Freunden oder Kolleginnen und Kollegen aus der Fotobranche auf fachlicher Ebene über Bilder austauschen. In diesen Gesprächen oder besser vielleicht Diskussionen wird es eher um die Herangehensweise an freie Projekte gehen. Du tauschst dich vielleicht mit anderen aus, um über Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. Du sprichst eher über deinen Stil oder interessierst dich für den besonderen Umgang mit Licht, den ein Kollege pflegt.

Du kannst auch mit einer Mentorin über deine Bilder sprechen, um dich zu verbessern. Diese Gespräche werden eher analytischer Natur sein: Was hast du gut umgesetzt? Was könntest du beim nächsten Mal noch machen, damit das Bild noch besser wird? Hier suchst du vielleicht Bestätigung, aber auch Motivation und Antrieb.

Sprechen über Bilder in der Kunst

Und schließlich spricht man auch über künstlerische Bilder, beispielsweise bei einer Ausstellung. Aber auch im Alltag kommen uns solche Bilder und Gespräche unter. Da hat man beispielsweise auf Instagram Bilder dieser einen Künstlerin gesehen, über die nun alle reden. Oder in den Nachrichten von den Fotos dieses Fotografen gelesen, die so großes Aufsehen erregt haben. Kunst ist nie nur auf einen bestimmten Raum begrenzt.

Über Bilder sprechen: der Austausch über Bilder führt dazu, dass wir beim Fotografieren immer besser werden.

Das Sprechen über Bilder im Kunstkontext kann tausend Gründe haben und in unzählige Richtungen gehen. Da könnte es um die einmalige Bildsprache einer Fotografin gehen oder um die wahre Intention eines Künstlers. Es wird hier über Bilder diskutiert, die aufregen, die man nicht versteht, die man großartig findet, die einen langweilen … Niemand kann wohl von sich behaupten, Kunst ließe ihn völlig kalt. Und das ist das Schöne an Gesprächen dieser Art: Sie sind nicht auf Ausstellungen oder Diskussionen zwischen Kunsthistorikern beschränkt, Kunst erreicht und berührt uns alle, auch im Alltag.

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