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Die Hochzeitslocation

Die Hochzeitslocation gehört zu den ersten Dingen, die ein zukünftiges Brautpaar auswählt. Dort wird gespeist und gefeiert. Oft findet auch die Trauung selbst vor Ort statt, häufig auch die Vorbereitungen. So vielfältig wie die Hochzeitslocations sind, so vielfältig sind auch die fotografischen Möglichkeiten. In diesem Blogartikel geben wir dir einen Einblick, wie wir mit neuen (und auch bekannten) Locations umgehen.

Du kennst das bestimmt: Das Brautpaar hat schon eine Vorstellung im Kopf, wo man am besten bei der gewählten Location fotografieren kann. Oder ein Gast ist entzückt über die Möglichkeiten, die ein Rosenstrauch als Fotohintergrund bietet. Oder aber du warst schon fünfmal dort und wirst etwas blind. Es schadet in allen diesen Fällen nicht, zu versuchen, die Location wie aus den Augen eines Kindes zu betrachten: neugierig und offen.

Locationcheck

Verschaff dir zunächst mal einen Übersicht: Schau dir an, wo die super Plätze sind und wo die No-Go-Areas. (Was bei der Wahl zu beachten ist, findest du in der Liste unten.) Dabei kannst du auch schon gezielt darauf schauen, welcher Ort sich für das Paarshooting eignet und wo du am besten Gruppenfotos machst. Selten wirst du darauf Einfluss nehmen können, wo die Reportage an sich stattfindet. Da heißt’s flexibel und kreativ sein.

Wir schauen uns die Lokalität vorher meist nicht an. Zwei Monate vor der Hochzeit die Location zu besichtigen, kann nämlich sinnlos sein. Der Lauf der Sonne verändert sich schließlich von Jahreszeit zu Jahreszeit. Wenn’s am Hochzeitstag regnet, dann musst du ohnehin was anderes machen, beispielsweise nach drinnen ausweichen. Oder es ist eine Baustelle dazugekommen, weil das Dach undicht geworden ist, und dein auserkorener Platz ist mit Baggern verstellt.

Besser funktioniert es für uns daher, am Hochzeitstag selbst vor dem Fotografieren eine kleine Runde zu machen. Wir kommen immer etwas früher als vereinbart und nehmen uns wenn nötig auch während der Reportage Zeit, um den besten Platz bei der jeweiligen Hochzeitslocation zu finden.

Brautpaarshooting zwischen historischen Gemäuern - eine fantastische Hochzeitslocation in Weiz

Flexibel bleiben und Situationen verbessern

Unsere Leidenschaft ist ja die Reportage, was aber nicht bedeutet, dass wir alles hinnehmen, wie es ist, und ganz strikt dokumentarisch arbeiten. (Was eh nicht realistisch wäre, denn wir sind ja schließlich da und all unsere Entscheidungen fließen in die Bilder mit ein.) Beispiel gefällig? Wir hatten mal eine Hochzeit, bei der die Trauung im Schlossgarten stattfand. Die Stühle waren schon aufgestellt, als wir kamen, der Sonnenschutz ebenso. Da es bis zur Trauung noch etwa zwei Stunden hin waren, war abzusehen, dass die Sonne genau so weit weiterwandern würde, dass die halbe Braut samt Trauzeugin in der Sonne, der Bräutigam aber noch im Schatten sitzen würde. In diesem Fall haben wir also die Sessel noch etwas umgestellt, damit wir später während der Zeremonie kein Problem mit dem Licht haben würden und – was noch wichtiger ist – dass die Braut nicht geblendet werden würde.

Löse dich von fixen Vorstellungen

Gerade, wenn du eine Lokalität schon kennst, kann es schwer sein, kreativ zu werden. Gerade hier lohnt es sich, auch die Umgebung mit einzubeziehen oder bewusst was Neues auszuprobieren. Merke: Als Fotografin oder Fotograf mit einem Brautpaar im Schlepptau stehen dir (fast) alle Türen offen. Wir besuchten während eines Brautpaarshootings beispielsweise eine Buchhandlung. 😉

Hochzeitslocation: Taborkirche in Weiz

Orte zum Fotografieren auswählen

Wenn du eine Hochzeit fotografierst, musst du mit den Gegebenheiten vor Ort klarkommen und entscheiden, was du wo machen kannst. Ein paar Anregungen für den Locationcheck haben wir im Folgenden für dich zusammengetragen.

  • Licht: Fotografierst du drinnen, dann wähle den Raum aus, der das beste Licht hat. Du kannst meist wunderbar mit Fensterlicht arbeiten. Draußen solltest du immer auf die Sonne achten. Tagsüber sind überdachte Plätze, helle Untergründe und große helle Wände, die Licht reflektieren, deine besten Freunde. Schau dir auch unseren vorigen Blogbeitrag zum Thema Licht an, wenn du mehr Tipps haben möchtest.
  • Hintergrund: Unabhängig davon, wie dein fotografischer Stil aussieht, zahlt es sich immer aus, einen sauberen, aufgeräumten Hintergrund zu haben. Im Zweifel ist die beige Hauswand immer besser als ein Park mit Bäumen, Autos, Mülltonnen etc. Eine Horizontlinie, die genau durch die Köpfe des Brautpaares geht, ist nicht besonders attraktiv. Generell ziehen Linien, die durchs Bild laufen, viel Aufmerksamkeit auf sich – behalte sie also im Auge.
  • Farben: Bilder wirken meist aufgeräumter und stärker, wenn sie farblich harmonieren. Versuche dich auf zwei bis vier Farben im Bild zu beschränken. Allzu bunte Fotos können von deinem Brautpaar ablenken. Aber auch hier gilt: Probiere es selbst aus! Wir lieben beispielsweise ein Bild, wo das Brautpaar vor einer superbunten Graffiti-Wand posiert, weil der farbliche Kontrast dem Bild eine ungeheure Lebendigkeit verleiht.
  • Störende Elemente: Diese kriegst du beispielsweise weg durch eine andere Perspektive. Lass die hässliche Straße verschwinden, indem du in die Knie gehst. Voilà: Schon sieht man nur mehr Gras und es scheint, als spaziert das Paar durch die Wiese. Du kannst unruhige Elemente in der Umgebung auch in Unschärfe verschwinden lassen. Eine lange Brennweite lässt Chaos rundherum ebenfalls verschwinden, da der Blickwinkel schmäler wird. Auch mit Licht und Schatten kannst du Dinge verschwinden lassen bzw. hervorheben. Stellst du den Bräutigam beispielsweise direkt ins helle Fensterlicht und belichtest auf ihn, verschwindet die Umgebung in Dunkelheit.

Und das Wichtigste zuletzt: Auch du bist Gast bei der jeweiligen Hochzeitslocation. Verhalte dich daher auch so und frage nach, bevor du wo hingehst, wo du nicht solltest. Frage nach, bevor du Möbel umstellst. Freundliche Umgangsformen mit den anderen Dienstleistern und dem Servicepersonal vor Ort nehmen wir mal als selbstverständlich an. Also: Viel Spaß beim Umsetzen unserer Tipps oben. 😉

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